Der bunte Bildungsplan

oder: Ein Sch’ulmärchen –

Es war einmal ein Bildungsplan. Den schneiderten wohlmeinende Kinderfreunde allen Schülern und Schülerinnen im Ländle auf den Leib. Über die Sch’ulen sollte der Plan viel Gutes bewirken. Vielleicht hoffte der eine oder andere, das gute Bunte würde den Rest der freudlosen Republik ebenfalls erhellen.
Doch dann kamen die bösen Rechten, die Fundamentalisten. Und die Sch’ulen-Hasser. Sie gefährdeten den bunten Traum, denn immer mehr Bürger fingen an, über dessen Sinn nachzudenken. Darum setzte man den Kritikern mit aller Macht  zu. Und Macht haben in unserem Land vor allem freundliche, wahrhaftige und edle Worte.
Fast hätten die warmen Worte die rebellischen Bürger wieder eingelullt, als die Sch’ulmeister der Nation zu Tode erschraken. Aus tausend Kinderkehlen ertönte der Ruf: „Stell dir vor, es ist Schule – und keiner geht hin!‚ Von da an war nichts mehr so, wie es in der Sch’ulrepublik einmal war. Denn alle Gut-Worte hatten ihre Macht verloren, es zählten nur noch die Taten.

2 Kommentar(e) für “Der bunte Bildungsplan

  1. Ernst Schrödl
    18. Februar 2014 at 12:08

    Die Doppeldeutigkeit, die sich hinter der Schreibweise Sch´ulen und Sch´ulrepublik verbirgt, trifft den Nagel auf den Kopf. Sch´ul – „unterricht“ ist die passende Ergänzung.

  2. Michael
    15. Februar 2014 at 19:22

    Ich stell´ mir vor: „Hurra, die Schule brennt…“ Ein Klassiker sozusagen. So aktuell wie nie.

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