Romeikes können bleiben

Jahrelanger Asylkampf mit Happy End –

In einem erstaunlichen Widerspruch zur Asylpolitik der Obama-Regierung erlaubte das U.S.-Amt für Heimatschutz (Department of Homeland Security) aus Deutschland geflohenen Hausunterrichtern zu bleiben.

Uwe und Hannelore Romeike aus Bissingen werden doch nicht mitsamt ihren Kindern abgeschoben. Einen Tag nach einem Beschluß des Obersten Gerichtshofes, der Familie definitiv kein Asyl zu gewähren, informierte das Bundesamt für Innere Sicherheit ihre Anwälte mündlich darüber, daß die Familie unbegrenzt in den USA bleiben dürfe.

Dies gab jetzt die amerikanische Rechtsschutzorganisation HSLDA (‘Homeschool Legal Defense Association’) bekannt. Romeikes, die seit 2008 in Amerika Zuflucht vor dem deutschen Schulzwang suchen, wurden in der ganzen Zeit von HSLDA rechtlich vertreten. “Wir sind froh,” äußerte sich Uwe Romeike in einer HSLDA-eigenen Publikation, “daß wir unbegrenztes Bleiberecht haben, auch wenn wir nicht so bald die amerikanische Staatsbürgerschaft erhalten werden. Ich danke Gott für seine segnende und schützende Hand über unserer Familie.”

Romeike dankte auch der amerikanischen Regierung, in den USA bleiben zu dürfen: “Unsere Kinder im Frieden zuhause zu unterrichten ist alles, was wir jemals wollten.”

Tags zuvor noch hatte der Oberste Gerichtshof Romeikes Einspruch gegen einen bereits abgelehnten Asylantrag verworfen. Es war dies die letzte Rechtsinstanz im Tauziehen um das Bleiberecht der Familie. In ihrer deutschen Heimat droht ein Entzug des Sorgerechts für ihre Kinder, sollten die Eltern sie weiter zuhause unterrichten. Der Fall Romeike sorgte international für großes Aufsehen, versah er doch die menschenrechtliche Situation in Deutschland mit einem deutlichen Fragezeichen. Nach der höchstrichterlichen Entscheidung war in deutschen Medien mit einem triumphierenden Unterton vom “Scheitern der Schulverweigerer” die Rede.

Überraschende Wende nach völliger Niederlage

In den USA dagegen schlug die ablehnende Entscheidung des Obersten Gerichts hohe Wellen der Solidarität – mit dem Anliegen der Familie. Der Rundfunk- und TV-Sender “Fox News” berichtete von über einer Million Zugriffen auf seine Nachrichtenseite zum Fall der Romeikes – innerhalb von nur 24 Stunden. Eine Petition an das Weiße Haus hatte schon im April 2013 hunderttausende Bürger mobilisiert, sich bei Barack Obama für den Verbleib von Romeikes in den USA auszusprechen. Die nun endgültig erscheinende Abschiebung der deutschen Hausunterrichter wirkte wie ein Affront gegen ur-amerikanisches Freiheitsverständnis.
In einer ersten Stellungnahme deutete HSLDA-Anwalt Michael Donnelly die überraschende Entscheidung des mächtigen Heimatschutz-Amtes als Reaktion auf die fortgesetzte Verfolgung von Hausunterricht in Deutschland: “Wie könnte unser Land diese friedliebende Familie zurückschicken, um sie durch strafrechtliche Verfolgung und den Verlust der eigenen Kinder zerstören zu lassen?”  Dies jedoch sind Dinge, die Eltern in Deutschland gewärtigen müssen, sollten sie den Selbstunterricht ihrer Kinder einem Schulgebäude vorziehen.

6 Kommentar(e) für “Romeikes können bleiben

  1. Lambert
    8. März 2014 at 19:32

    Als Christ, Katholik, Freiheitsliebender und einfach als Mensch freue ich mich darüber, daß die Romeikes in den USA Zuflucht gefunden haben. Schade nur, daß wir Deutschen (noch?) nicht so weit sind, einer Familie, die einfach etwas anders ist und anders leben will, dies bei uns zu gestatten…

  2. Ernst Schrödl
    7. März 2014 at 19:31

    @K.: Aus der für mich guten Nachricht „Romeikes können bleiben“ geht hervor, daß Uwe Romeike seinen Dank auch an Gott den Herrn aussprach: „Ich danke Gott für seine segnende und schützende Hand über unsere Familie.“ Ferner heißt es in diesem Bericht: „Der Rundfunk und TV-Sender ´Fox News´ berichtete von über einer Million Zugriffen auf seine Nachrichtenseite zum Fall der Romeikes – innerhalb von nur 24 Stunden.“ Eine Petition an das Weiße Haus hatte schon vorher hunderttausende Bürger für den Verbleib der Romeikes mobilisiert. Aufgrund dieser Informationen die Romeikes als Fanatiker zu bezeichnen, dazu gehört schon eine nordkoreanische Mentalität. Wer gegen alles Religiöse allergisch ist (jetzt, wo alles zu blühen beginnt, kommt ja wieder die Zeit der Allergiker), der sollte – seiner Gesundheit zuliebe – eine fachkundliche Beratung (evtl. Behandlung) nicht verschmähen.

  3. Ernst Schrödl
    6. März 2014 at 19:29

    Die Familie Romeike und wir mit ihnen danken Gott.

  4. K.
    6. März 2014 at 15:38

    Das ist zwar im Grunde eine gute Nachricht, aber sehr bedenklich stimmt mich, daß ausgerechnet „religiöse Fanatiker“ [? – die Red.] die einzigen sind, die sich in diesem Bereich Souveränität erstreiten bzw. das überhaupt können.

    • K.
      7. März 2014 at 05:52

      @Red: Wieso verändern Sie meinen Kommentar? Ich habe keine Anführungszeichen gesetzt. Diese Leute sind Evangelikale und wollen ihre Kinder von allen Einflüssen fernhalten, die sie zum kritischen Nachdenken über ihre religiöse Erziehung bringen könnten. Bei allem, was man gegen die Mißstände des deutschen Schulsystems und den Zwang dazu sagen kann, soll ausgerechnet das der einzige gültige Grund zum Fernbleiben sein? Da kommen wir in ganz gefährliches Fahrwasser.

      • Der blaue Brief
        8. März 2014 at 08:53

        „Der Blaue Brief“ möchte nicht unreflektierten Stereotypen oder angstgetriebenen Vorurteilen ein Forum bieten.
        Was sind „religiöse Fanatiker“, was verbirgt sich alles hinter dem beschworenen Feindbild „Evangelikale“? Nach Ihren Aussagen (und denen vieler anderer in diesem Zusammenhang) eine engstirnige Herangehensweise an so ziemlich alles, das den eigenen Lebensstil in Frage stellt. Doch helfen derartige, unreflektierte und undifferenzierte Schubladen überhaupt weiter? Uwe Romeike bekennt: “Unsere Kinder im Frieden zuhause zu unterrichten ist alles, was wir jemals wollten.” Angesichts dessen erweisen obige Vokabeln sich als wenig hilfreicher Mumpitz.
        Es sei denn, jeder gläubige Christ ist in Ihren Augen ein „religiöser Fanatiker“ und/oder (böser) „Evangelikaler“, der per se eine „Gefahr“ darstellt. Dann müssen Sie sich aber klarmachen, daß sie möglicherweise ‚evangeli-phob‘ sind (ja, das gibt es auch).

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