Hausschüler bestraft für Hausunterricht

Gegen einen Fünfzehnjährigen ist ein Bußgeld erlassen worden, weil er keine neunte Schulklasse besucht. Seinen Antrag auf Aufnahme in die Abschlußklasse (10) einer Realschule hatten Schule und Schulamt Anfang des Jahres abgelehnt. English version

Der Jugendliche ist noch nie auf einer Schule gewesen. Am Ende des zehnten Jahres Hausunterricht verfügt er über einen deutlichen akademischen Vorsprung vor dem regulären Lehrplan seiner Altersgenossen. Dennoch beharrt das zuständige Schulamt darauf, daß für den Hausschüler der Besuch der Klasse neun alternativlos sei: „Das ist der einzige Jahrgang, der seinem Alter gemäß ist“, lautet der Tenor aus der dortigen Rechtsabteilung.

Umdenken nach Erfahrung mit Hausschülern

Interessanterweise hatte dieselbe Schule, die zu Jahresanfang die Aufnahme des Jungen endgültig ablehnte, seinen zwei älteren – ebenfalls zuhause unterrichteten – Brüdern noch den Eintritt zur Halbzeit der Abschlußklasse gestattet. Beide legten ihren Schulabschluß mit der Note 1,1 und einer Auszeichnung als Schulbeste ab.

Diese Ergebnisse, die 2008 und 2010 von unterschiedlichen Medien aufgegriffen worden waren, könnten zu einem Umdenkprozeß an der Schule geführt haben. Zumindest ist die Schulleiterin mit der Aussage aktenkundig geworden, die Aufnahme eines Hausschülers in eine Abschlußklasse ihrer Schule zukünftig verhindern zu wollen: Zuhause unterrichtete Schüler würden „den Schulfrieden gefährden“, in der Öffentlichkeit würde die Schule dann schlecht dastehen, heißt es in einem internen Schreiben zwischen Schule und Schulamt.

Ein Gericht muß jetzt über die Rechtmäßigkeit des Bußgeldes befinden, ein Termin hierfür steht noch nicht fest. Die Familie des Jugendlichen ist bereits seit zwölf Jahren in Rechtsstreitigkeiten wegen ihre Hausunterrichts verwickelt.

Ein Gerichtstermin ist für den 19. November 2012 angesetzt worden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

11 + = 18