Größere Zusammenhänge

Rundbrief an „Freunde der Bildungsfreiheit“ –

Anknüpfend an Gegensätze in der deutschen Homeschooling-Szene appellierte der Vorsitzender des „Netzwerks Bildungsfreiheit“, Jörg Großelümern, jetzt an „Freunde der  Bildungsfreiheit“, konstruktiv und undogmatisch zusammenzuwirken. Der Blaue Brief veröffentlicht den Aufruf in Auszügen.

Vom 1. bis 4. November Austragungsort einer internationalen Tagung zur Bildungsfreiheit: Konferenzzentrum im herbstlichen Berlin

„Unbestrittenes Highlight der letzten Woche war die GHEC 2012 in Berlin. Es ist ein bemerkenswertes Phänomen, wenn die unterschiedlichsten Menschen mit den verschiedensten sozialen, politischen, religiösen und nationalen Hintergründen für mehrere Tage zusammenkommen und dabei friedlich, engagiert und im gegenseitigen Respekt voreinander einmütig an einem Strang ziehen und für ein gemeinsames Anliegen kämpfen, das man kurz mit der Aussage “Bildung und Erziehung von Kindern ist das Recht der Eltern, nicht des Staates” umschreiben könnte.

Bildungsexperten aus der ganzen Welt, aus Amerika (USA, Kanada, Mexico), dem asiatischen Raum (Philippinen, Korea), Australien und Europa bestätigten mit ihrer Anwesenheit oder ihrem Mitwirken auf der Konferenz, daß Homeschooler und Freilerner in ihrer Verschiedenheit durchaus tolerant und einmütig miteinander für die Sache ihrer Kinder wirken können und wollen. Wenn auch kein schneller politischer Durchbruch zu erwarten war, so waren doch die Erfahrungen und Beiträge, das Kennenlernen und Vernetzen sowie das aufbauende, konstruktive Miteinander eine wohltuende und bereichernde Erfahrung.

Größerer Kontext des Schulzwangs

Der totalitäre Schulzwang muß in einem größeren Kontext gesehen werden, nämlich dem eines immer massiver werdenden Einflusses des Staates insgesamt, und zwar schon von Geburt der Kinder an, für die möglichst früh eine Krippenerziehung angestrebt wird. Dies durchzusetzen und die Frauen so bald wie möglich wieder in die Berufstätigkeit zu drängen mit dem Ziel “die Lufthoheit über den Kinderbetten” (Olaf Scholz, SPD) zu erringen, ist der erste folgenschwere Schritt einer gesellschaftspolitischen Fehlentwicklung, vor der nicht laut genug gewarnt werden kann.

Sie findet darin aber nicht ihren Abschluß, sondern findet ihre Fortsetzung in Ganztagskindergärten, zum Teil bereits Kindergartenpflicht und schließlich der unausweichlichen Schulpflicht, die heute immer öfter als eine Ganztagsschulpflicht daherkommt. Die Frage ist letzten Endes: Wer ist Erzieher unserer Kinder – sind es die Eltern oder ist es der Staat? Der Sozialismus, egal ob braun oder rot gefärbt, hat schon immer bereits in den frühesten Lebensjahren nach den Kindern gegriffen und sich den erzieherischen Einfluß auf diese gesichert.

Häusliche mit gesellschaftlicher Erziehung ersetzen

Zusammenarbeit der Freiheitsverfechter ist auch jenseits von Bildungskonferenzen und internationaler Solidarität notwendig.

Hatte doch Karl Marx im kommunistischen Manifest geschrieben „Wir Kommunisten entreißen die Erziehung dem Einfluß der herrschenden Klasse (…), indem wir an die Stelle der häuslichen Erziehung die gesellschaftliche setzen.“ Diese Marschrichtung wird von den heutigen politischen Kräften in dankenswerter Offenheit vorangetrieben. Angesichts dieser massiven gesellschaftlichen und politischen Fronten ist ein Zusammenwirken aller, die sich diesem Trend entgegenstellen wollen, unbedingt nötig. Entscheidend ist nicht was wir politisch, weltanschaulich, pädagogisch sonst so denken und vertreteten, sondern der Konsens, daß die Eltern – und nicht der Staat – das letzte Wort bei Bildung und Erziehung der Kinder haben sollen.

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