Liberté – toujours?

Schulzwang wegen mangelnder „Sozialisation“ –

In Frankreich will man ein Freiheitsrecht beseitigen, das es bislang ermöglichte, Kinder zuhause zu unterrichten. Vorwand für das neue Gesetz, gegen das sich jetzt Widerstand regt, ist angeblich unzureichende „Sozialisation“ im Elternhaus. So soll Hausunterricht nur noch bei schwerwiegender Krankheit des Kindes erlaubt sein.
Karikatur

„Das ist mein Sohn!“ – „Das ist mein Schüler“

Galt unser westlicher Nachbar bislang als Asylregion für Flüchtlinge aus der deutschen Schuldiktatur, könnte sich das bald ändern. Weitgehend unbemerkt von der französischen Öffentlichkeit haben Abgeordnete des Pariser Parlamentes (Sénat) am 18. Dezember 2013 eine Gesetzesvorlage eingebracht, die das Recht auf L’instruction en famille  massiv einschränkt. Das anvisierte Gesetz begründen die Parlamentarier aus Kultur- und Bildungsausschüssen damit, „Sozialisierung“ sei eines der „Ziele von Schulbildung“. Eine „harmonischere Entwicklung“ von Kindern erfordere, sie die „Vielfalt der Lebensbedingungen und Kulturen von Gleichaltrigen entdecken“ zu lassen. Bildung zuhause wiederum lasse diese notwendige „kollektive Dimension“ der Schulerfahrung vermissen. Hausunterricht dürfe kein „Vorwand“ sein, um Kinder zu „ent-sozialisieren“ und „geistig, ideologisch oder religiös zu konditionieren“. Daher dürfe L’éducation à domicile nur noch in Fällen dauerhafter oder vorübergehender Krankheit oder Behinderung des Kindes erlaubt werden.

Mobilisez-vous

„Erhebt euch – Bürgerpetitionen“

Um diese drastische Beschneidung des noch geltenden Elternrechts zu verhindern, fordert eine französische Petition im Weltnetz, die Gesetzesvorlage zu beseitigen. Bislang konnte man gut 23.500 Unterstützer gewinnen, die Petenten streben mindestens 30.000 Unterschriften an. Unterschreiben kann jedermann unter Angabe seiner ePost-Adresse, die entsprechende Software filtert Mehrfach-Unterschriften automatisch aus.

Zuspruch erhalten die Bürger für Bildungsfreiheit nicht nur aus Frankreich selbst, sondern auch aus den Benelux-Ländern sowie aus England. Nicht unberechtigt wird dort, im sogenannten „Mutterland der Demokratie“, die Entwicklung hin zur Verstaatlichung (engl.: „socialisation“) der Kinder sorgenvoll verfolgt. Dies bringt eine Kommentatorin im dringenden Aufruf zur Unterstützung der Unterschriftensammlung folgendermaßen auf den Punkt:  „Come on friends – please sign this! We don’t want the French to give our government any funny ideas!“

„Macht schon, Freunde – bitte unterschreibt das! Wir wollen nicht, daß die Franzosen unsere Regierung auf komische Gedanken bringt.“ In Deutschland hingegen braucht keiner zu befürchten, daß Politiker sich in Sachen Einkürzung der Freiheitsrechte vom Ausland inspirieren ließen. In dieser Hinsicht genügen wir uns selbst. Schließlich ist der „Gedanke“ vom kollektivistischen Schulgebäudezwang eine zuvörderst hiesige Erfindung. Sie auch umgesetzt zu haben, geht auf den deutsch-sozialistischen Vorreiter par excellence zurück, einem nicht ganz Reinrassischen aus Braunau am Inn.

5 Kommentar(e) für “Liberté – toujours?

  1. Ben Daniel
    9. Februar 2014 at 11:18

    So. Auf allen möglichen Seiten und auf Facebook geteilt – viele Grüße!

  2. Rosenbusch
    9. Februar 2014 at 00:50

    Ich habe ein wenig zu dem Gesetzesvorschlag gegoogelt. Er scheint bei der Öffentlichkeit nicht so gut anzukommen: http://www.egaliteetreconciliation.fr/Une-proposition-de-loi-pour-empecher-l-instruction-a-domicile-22948.html Siehe die vielen Kommentare: Im Großen und Ganzen scheint man das für eine totalitäre und völlig durchgeknallte Idee zu halten. Und hier noch ein wunderschöner Cartoon: http://www.chaos-controle.com/archives/2014/01/25/29038291.html

  3. Rosenbusch
    7. Februar 2014 at 19:05

    Auch in England gibt es Bestrebungen, die Kinder immer mehr dem Staat anzuvertrauen:
    http://www.dailymail.co.uk/news/article-2527902/Schools-open-6pm-51-weeks-year-Gove-pushes-flexitime.html
    Danke für den Link zur Petition.

  4. Ernst Schrödl
    27. Januar 2014 at 23:25

    Michael, dein Kommentar trifft genau ins Schwarze. Das mit den „schwerwiegend kranken“ Kindern (verursacht durch unsere Schulen) beschreibt M. Winterhoff in seinem Bestseller „Warum unsere Kinder Tyrannen werden“. Die Marxisten-Leninisten und alle durch diese Ideologie Verseuchten, kurz die ganze kommunistische Pathologie, beabsichtigt die Erziehung der Kinder (natürlich auch Erwachsenen) zu einem Ergebnis zu führen, das ihren Geisteszustand widerspiegelt. Deutschland, das merkt mittlerweile jeder, ist irgendwo aus dem Gleis gesprungen. Nur setzt die Justiz den Hebel an der vollkommen falschen Stelle an, um das Fahrgerät wieder flott zu kriegen.

  5. Michael
    27. Januar 2014 at 13:20

    Würde man die aus Schulbesuchen resultierenden geistigen Krankheiten in die Statistik hinzunehmen, so wären wohl die meisten Schüler „schwerwiegend krank.“ Leider brauchen die Marxisten zur Formung ihres neuen sozialistischen Übermenschen geistig kranke Schüler / Menschen.
    Die Frage ist, ob es in Frankreich auch derartige Nazi-Jugendämter wie bei den geistigen Nachfahren Hitlers gibt, ob deren Kindesentführungen per Polizeigewalt ebenso faschistisch fortschrittlich wie in der Bananenrepublik Deutschland sind.

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