Schulzwang – der Preis ist zu hoch!

Absoluter Schulzwang schadet Kindern und Familien –

Zur Schule gehen zu müssen, kommt den meisten wie ein Naturgesetz vor. So etwas stellt man nicht weiter in Frage. Zehn Jahre Teilzeithaft vergütet der Staat mit einer Chance für den Berufseinstieg: Ist dieser Preis nicht zu hoch? English version

Schulkorridor

Dem Zwang, sich an einem bestimmten Ort mit anderen Personen bestimmten Alters sowie mit bestimmten Lehr- und Lerninhalten auseinanderzusetzen, kann sich kein junger Mensch in unserem Land entziehen.

Der einzelne hat keine andere Wahl, als der Zwangsschule einen fremdbestimmten Anteil seiner oder ihrer Zeit zur Verfügung zu stellen: Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr – mindestens, bis zehn Jahre ins Land gezogen sind. Ob es ihm oder ihr paßt, oder nicht!

Die Möglichkeiten, die der Staat einem einräumt (Schulwechsel, Privatschule, Klassenwechsel), verändern nur momentan einige Äußerlichkeiten.

Ein System des Zwangs

Sobald man jedoch Ort, Inhalte oder Personen in Frage stellt, die da „Bildung“ vermitteln und „erziehen“ sollen, zeigt sich die Zwanghaftigkeit des Ganzen: Buß- und Strafgelder, Enteignungen und Freiheitsberaubung bis hin zum Entzug des Sorgerechts für die eigenen Kinder – unser Staat besitzt ein reichhaltiges Arsenal, um seine  Bedingungen für das Aufwachsen der Kinder durchzusetzen – unter Ausschluß elterlicher Bestimmungen.

Nun mag man zwar argumentieren, der einzelne müsse durchaus auch zu seinem Glück gezwungen werden. Doch niemand sagt, worin denn dieses „Glück“ besteht, das allein Schule vermitteln kann. Was konkret ist denn das „Gute“, das jeden Zwang rechtfertigt, das allein die Zwangsschule leistet – bis auf die, angeblich, so „schönen“ Klassenfahrten? Bei konkreten Fragen herrscht außer ein paar oberflächlichen, wenig überzeugenden Behauptungen – großes Schweigen. Das einzige, das „Schule“ letztlich bieten kann, der einzige Trumpf, der (zur Zeit noch) sticht, ist es, nach zehn Jahren ein „anerkanntes“ Zeugnis auszustellen. Dies ist gleichzeitig das größte Druckmittel, sich Eltern und Schüler gefügig zu halten.

Staatlicher Bildungshandel

Der staatliche „Bildungshandel“, den die Schulpflicht Kindern und Familien aufzwingt, sieht so aus: Zehn Jahre Teilzeithaft für den Schüler tauscht man gegen einen Türöffner in die Berufswelt ein. Dieser Preis ist eindeutig zu hoch! Denn was sich an einer herkömmlichen Schule lernen läßt, läßt sich auch anderswo lernen, auf andere, oftmals wirkungsvollere Weise. Man muß es nur wollen – und wagen. Fest steht, daß der Schulzwang nicht nur nie und nimmer seine weitere Aufrechterhaltung rechtfertigt! Vielmehr zeigt ein Blick auf die tatsächlichen „Leistungen“ der Zwangsschule: Dieser Zwang schadet!

3 Kommentar(e) für “Schulzwang – der Preis ist zu hoch!

  1. Nadja Hermansky
    31. Januar 2016 at 01:09

    Ein sehr treffender Artikel.
    Bei mir ging diese Schulpflicht, die mir das Recht auf Bildung ermöglichen sollte, gnadenlos nach hinten los. Dennoch bin ich kein dummer Mensch – mittlerweile habe ich Abitur und studiere. An die Uni kam ich allerdings erst letzten Oktober, mit 26 Jahren. Ich will mich nicht aus der Verantwortung ziehen, immerhin war ich zu der Zeit schon seit acht Jahren volljährig und für mich selbst verantwortlich. Dennoch bin ich der Meinung, daß der Staat mir dieses Recht auf Bildung erst einmal nicht bieten konnte. Und nun? Kann ich dafür einen Bußgeldbescheid erheben? Wohl kaum.
    Es ist doch Fakt, daß Kinder und Jugendliche in der Schule nicht aktiv für sich lernen (auch wenn das immer behauptet wird. Was für ein Quatsch.). Es kommt auf die Noten an, die Intelligenz und später eine gewisse Reife bescheinigen sollen. Aber was hat ein Mensch davon, wenn er sich nur von einer Klausur zur nächsten hangelt? Dieses System mag ja für einige gut sein, aber das kann nicht für alle funktionieren!
    Vor allem, weil in den letzten Jahren der Fokus immer mehr auf individuelle Förderung gelegt wurde, ist es mir ein Rätsel, daß mit der Schulpflicht immernoch alle über einen Kamm geschoren werden. Das paßt nicht zusammen. Genauso wenig, wie sich Bildung und Zwang vereinen lassen.

  2. Ernst Schrödl
    19. Juli 2012 at 20:11

    Sie schreiben in Ihrem Artikel oben: „… die Zwanghaftigkeit des Ganzen: Buß-Strafgelder … bis zum Entzug des Sorgerechts für die eigenen Kinder … besitzt der Staat ein reichhaltiges Arsenal … unter Ausschluß elterlicher Bestimmungen.“
    Lassen Sie mich zu Ihren Ausführungen Bruno H. Reifenrath zitieren, aus „Erziehung im Lichte des Ewigen (Edith Stein)“. Reifenrath schreibt darin über die Vorstellungen von Karl Marx: „Ja, das Kind bringt ‚bei seiner Geburt nichts mit außer seine Natur als Individuum‘, die ohnehin wertlos ist, denn erst die Gesellschaft ‚erschafft im Menschen einen neuen Menschen, und dieser Mensch besteht aus allem, was gut in uns ist, aus allem, was dem Leben Wert und Würde gibt. Deshalb ist auch die Familie für das gesellschaftliche Leben im Grunde genommen bedeutungslos.‘ … ‚Die Schule ist deshalb auch der eigentliche Ort der Sozialisation, durch die der einzelne zum sozialen Leben sowie eigentlichen Sein erweckt wird und sich die Gesellschaft reproduziert. Der Prozeß der Sozialisation beinhaltet weitgehend eine Anpassung bzw. Assimilierung des einzelnen an die gesellschaftliche Wirklichkeit.'“
    Endlich, lieber Karl Marx – so möchte ich fortfahren -, bist du am Ziel deiner Wünsche angelangt. Das hättest du dir wohl in deinen kühnsten Träumen nicht vorgestellt, daß sich dein Bild vom Menschen bei uns heute so verwirklicht. Einen Schönheitsfehler hat das Ganze dennoch: Gesetzgeber und Justiz halten sich nicht strikt an eine Ideologie. Sie fühlen sich stets der jeweils dominierenden Ideologie verpflichtet.

  3. Carola Thompson
    9. Juni 2012 at 02:34

    Zuerst war die Schulzeit für mich die meist verschwendeten Jahre meines Lebens. Zumal in Deutschland nicht nur Schulzwang herrscht/e, sondern auch deutschlegaler Kinderhandel, wo Kinder gezwungen wurden in diesen sog. Kinderheimen zu existieren. Darum floh ich so weit weg wie möglich aus der BRD GmbH und ihren Zwängen … Wir hatten das Glück wenigstens zwei von unseren Kindern zu homeschoolen. Alle vier unserer Kinder haben ihre Highschool Diplomas mit extra credit (Auszeichnung). Drei von meinen vier Kindern haben schon ihr BS (zwei ihr Masters) und meine Jüngste studiert noch.

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