Wer die Jugend hat, hat die Macht

Politischer Mehrwert ideologisierter Schule –

Schule als Lehr- und Lernort stellt Macht zur Verfügung. Stets bot sie sich zum Mißbrauch an. Aktuell wirkt Schule als wesentliche Stütze im Krieg des pädagogischen Staates gegen seinen Souverän.

lesender JungeIn dem unlängst erschienenen Aufsatz „Moral als Wille zur Macht – wird unsere Demokratie totalitär?“ skizziert Albert Wieland Entwicklungslinien hin zur derzeitigen moralischen und intellektuellen Schwindsucht in unserem Land. Der Autor, Adlatus und Verwalter des reichen geistigen Erbes von Günter Rohrmoser, begreift in der skrupellos gewirkten „Vertreibung des deutschen Volkes in die Selbstentfremdung“ das A und O der gegenwärtigen Malaise. Grundlegend seien in Deutschland Bedingungen entstanden, die eine kaum einschränkbare Macht zuließen, die inner- wie außerparlamentarisch ohne jeden Einfluß, ohne Kontrolle durch den Souverän agiere.

Daß das Werk vortrefflich gelingt, verdanken die staatsgreifenden „Vertreiber“ Schlüs­sel­positionen, die sie im politischen System eroberten – oder aber ihnen zugeschanzt worden sind. Wesentlich sichert ihr Sagen ein medialer Komplex; unfehlbare Deutung von Wirklichkeit ist ihm Auftrag und Sinn. Parallel dazu sorgt das juristisch abgesicherte „Bildungs“monopol dafür, daß jeder und jedes von klein auf begreift, wie ein rechter – pardon, linker – „Staats­bürger“ denkt und tut. Der Mehrwert des Zwangs zur Schule liegt darin, gesellschaftliche Alternativen und ideologischen Widerstand früh glattbügeln zu können.

Unterdrücken und aufzwingen

Negative Auswirkungen des zweckentfremdeten Schulsystems nehmen Gestalt an als Fachkräftemangel für die Wirtschaft: Zu wenige Schüler erlangen heute einen Abschluß, der ihnen auch eine tragfähige Berufsausbildung ermöglicht. Wieland erkennt, daß Bildung „nicht mehr offen und fragend gestaltet“ wird. Eine „durchgängige Projektorientierung“ führte dazu, daß man Bildungsinhalte nur noch vordergründig vergegenwärtigt. Am Ende der „Ideologisierung und Zu-Tode-Liberalisierung der Schulen“ haben wir ein Schulwesen, in dem nicht mehr die Qualität pädagogischer Konzepte den Ton angibt. Entscheidend ist, „welche Gruppe die Macht hat, andere gesellschaftliche Gruppen zu unterdrücken und ihnen ihre Interessen aufzuzwingen.“

Mao Tse-tungs Ausrottung der Reste der chinesischen Herkunftskultur – als „Kulturrevolution“ beschönigt –, schattete nach Wieland grauenhaft vor, was heute an unseren Schulen geschieht: Unterstellende Sozial- und Gesellschaftskritik leitet dort die Jugend an, mit Volk und Staat unbarmherzig ins Gericht zu gehen. Die so konditionierten „Hobbystaats­anwälte, die … zu ihren Ahnen auf feindselig-besserwisserische Distanz gehen“, bereiteten den propagandistischen Kurzschluß vor: Deutschsein ist gleich Nazi ist gleich neuer Völkermord. Der einsetzende „Generationenbürgerkrieg“ verwüstete Selbstbewußtsein und Identität nicht bloß der jungen Deutschen auf eine Weise, daß die Folgen „nur in Kategorien der Psychopathologie verstanden werden können.“

Voraussetzung für solche Entwicklung ist nach Wieland „der Angriff der psychomarxistischen Frankfurter Schule auf die innerfamiliäre Kindererziehung und die Bildung.“ Deren erklärtes Ziel sei es, „daß aus unseren Kindern keine Deutschen mehr werden können.“ Durch und durch ideologisierte Vertreiber legten, wo sie „gegen unsere kulturelle Identität, unser Volk und unser Land“ zu Felde ziehen, „Verhärtung und unerbittliche Entschlossenheit“ an den Tag. Übrig bleibt verbrannte Erde. Mit einer solchen Agenda ausgestattet, ist nur zu gut verständlich, daß unser von innen eroberter und von außen gelenkter Staat absolut verstandene Schulpflicht mit Zähnen und Klauen verteidigt. Denn nur, wenn alle im Haus sind, kann der schöne Umbau auch gelingen.

1 comment for “Wer die Jugend hat, hat die Macht

  1. Ernst Schrödl
    3. April 2013 at 20:27

    Der Artikel „Wer die Jugend hat, hat die Macht“ ist ein überzeugender Beitrag gegen die Deutungshoheit der selbsternannten Chefideologen, die in besserwisserischer Manier überall hineinreden und alles bestimmen wollen. Es bleibt nur zu wünschen, daß er von vielen gelesen wird.

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